Ortsteil Toba

Ortsteilbürgermeister: Denis Seidenstücker

 

Sprechzeit:

nach telefonischer Absprache:

Tel: 0174 3774217 und

036330 68931


Ortsteilrat: Ulrich Koch, Tino Benesch, Karlheinz Preißer

Ortsteil Toba

Ein historischer Auszug aus: “Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen”:

Urkundliche Namensformen:
Dorfkirche Toba1226 Thaba, 1251 Taba, 1307 Thoba.
Die Kirche St. Georgii, sedes Marksussra, ist alt; sie erfuhr von 1606 bis 1608 eine bedeutende Reparatur, bei welcher der Einwohner Köhn die Westseite der¬selben auf seine Kosten herstellen liess. Eine lateinische Inschrift über der Chorthür bewahrt das Andenken an ihn.

Die drei Kirchenglocken von 1,16, – 0,88 und 0,61 m Durchmesser wurden gegossen: die grosse 1867 von Carl Friedr. Ulrich zu Apolda, die mittlere 1814 von Braun in Wasserthaleben und die kleine 1695 von Geyer zu Nordhausen.

Nach Toba sind die sog. Kühnsmühle und die unterste Mühle im Helbethale eingepfarrt.


TobaToba ist der Geburtsort eines Mannes, der, ausser mit der Theologie, sich auch viel mit anderen literarischen Arbeiten beschäftigte und sie veröffentlichte. Es ist Johann Gottfried Gregorii, der am 17. Februar 1685 als der Sohn des dortigen Pfarrers geboren wurde und am 4. August 1770 als Pfarrer em. zu Dornheim bei Arnstadt starb.

Er schrieb meistens unter dem Namen Melissantes, und wir haben von ihm:
„Das Erneuerte Alterthum oder Curieuse Beschreibung vormals berühmter Berg-Schlösser“ – „Curieuse Orographie“ – „Das jetzt florirende Thüringen“ – „Genealogische Beschreibung aller jetzt lebenden Durchlauchtigster Häupter“ – „Curieuser Affecten-Spiegel“ u. a. m.

 


Das Dorf Toba war vom 12. bis ins 14. Jahrhundert der Sitz einer besondern Herrschaft, 1307 Grafschaft genannt, die den Grafen von Kirchberg gehörte. Im 13. Jahrhundert war ein Theil der kirchbergischen Herrschaft Toba im Besitz der Grafen von Honstein, und 1307 verkauften die Grafen Vollrath und Berthold von Kirchberg alle ihre Güter in der Herrschaft Toba mit Toba als Sitz derselben an die Grafen von Honstein. Noch erinnern drei mächtige und prächtige uralte Lindenbäume, welche an der Ostseite des Dorfes auf einem etwas erhöhten freien Platze stehen, an die Zeit, zu welcher Toba der Sitz einer Herrschaft war und unter jenen Bäumen Gericht gehalten worden sein mag. Davon, dass Toba mehr als ein gewöhnliches Dorf war, zeugen auch die Namen Kirch-, Fall- und Angerthor, welche drei Stellen des Dorfes noch heute führen, obwohl daselbst keine Spur von Thoren mehr zu finden ist.

Wüstungen:

Wüstungen bei TobaEtwa 0,3 km östlich von Toba befindet sich die Wüstung des Dörfchens Oester- oder Wenigen-Toba; beide Orte werden in einer Walkenrieder Urkunde von 1226 in den Worten erwähnt: „in utraque Thaba.“ Nach einer Urkunde des Klosters Schlotheim von 1312 legirt Berthous de Slatheim dem gen. Kloster ausser anderen Gütern einen Hof in orientali Taba (Oestertaba), und im Archidiaconatsregister von 1506 wird es unter dem Namen Taba inferior als zur sedes Marksussra gehörig, aber als desolat bezeichnet. Vorhanden von dem Dörfchen ist noch ein überwölbter Brunnen, der wegen seines guten Wassers und seiner Nähe von den Einwohnern Toba‘s viel benutzt wird.
Zu dem Flurbezirk von Toba gehört theilweise auch die Wüstung Germersdorf, 3 km in südwestlicher Richtung von diesem Dorfe gelegen.
Etwa 12 km nordwestlich von Toba befinden sich an der westlichen Grenze des Burghagens, einer der dortigen Gemeinde gehörigen Waldung, die Ueberreste einer ehemaligen höchst merkwürdigen Ringwallburg, die Helberburg oder Helbeburg genannt.