Ortsteil Friedrichsrode

Ortsteilbürgermeisterin:
Maria Ende
Tel.priv: 036338-62721

Ortsteilrat: Christiane Wiesemann, Reiner Ende, Ronald Jessl, Tommy Fischer

 

FriedrichsrodeFriedrichsrode liegt inmitten ausgedehnter Buchenwälder in einem Tal auf der Hainleite.

Vom Dorf gelangt man zu Fuß in das Helbetal, ein Landschaftsschutzgebiet, das zu Entspannung und Erholung einlädt.

Der Ort hat  69 Einwohner
( Stand 31.03.2017).
Er liegt auf der Strecke zwischen Nordhausen und Mühlhausen (Entfernung zu beiden Städten jeweils 23 km) und ist über die Autobahn  A38 erreichbar.

Die Entfernung zur Autobahn A38 Halle-Göttingen beträgt nur knapp 10 km.

 

 

 

Das Ensemble des Dorfes mit seinen Fachwerkhäusern, Scheunen und Stallungen steht unter Denkmalschutz. Neben der Kirche sind zudem 4 Gehöfte als Einzeldenkmale ausgewiesen.

 

Über die Geschichte der Häuser geben die an jedem Gebäude angebrachten Haustafeln Auskunft.

Sehenswert ist auch der um das Dorf herum führende Kräuter- und Skulpturenpfad, sowie derKräutergarten, die vom Verein “KULTULAND Hainleite” e.V. errichtet wurden.

Der Verein “KULTULAND Hainleite” e.V. betreibt in Friedrichsrode den Kunsthof, ein Thüringer Schullandheim.

Friedrichsrode ist ein recht junges Dorf, dessen Geschichte durch zahlreiche Dokumente belegt ist. Es verdankt seine Entstehung vor etwa 300 Jahren dem König Friedrich I. 1706 fanden nach schwierigen Gründungsverhandlungen die ersten Rodungen statt. 17 Bauern mit ihren Familien siedelten auf der ehemaligen Wüstung Sülzungen. Den von ihnen erbauten Wohnhäusern, deren Größe zum Beginn der Besiedlung vorgeschrieben war, folgten in den nächsten 20 Jahren 15 weitere Gehöfte. Auf den Grundmauern der Kirchenruine von Sülzungen begannen die Einwohner von Friedrichsrode 1724 ihre Kirche zu bauen. Der Kirchturm wurde ca 1750 errichtet.

 

Das erste Schulgebäude, das ebenfalls aus dem Jahr 1724 stammte, wurde 1792 erneuert und 1926 komplett durch einen Neubau ersetzt. Das Gebäude gehört heute noch der Evangelischen Kirche. Der ehemalige Schulraum dient der Kirchengemeinde als Winterkirche und die alte Kantorswohnung ist vermietet.

 

Historischer Abriss

1706-1710

1706 – 1710

1724

1750

1812

1813

1842

1850

1906

1912

1982

1991

1993

1994

1993 –1994

1993

 1997-1998

15.07.2009

 

 

Rodungen, Brunnengrabungen und Erbauung der ersten 17 Wohnhäuser

Rodungen, Brunnengrabungen und Erbauung der ersten 17 Wohnhäuser

Errichtung von Kirche und Schulgebäude

Bau des Kirchturms

Zerstörung von  14 Häuser durch Brand

Aufbau der abgebrannten Häuser.

11 Häuser wurden durch Feuer zerstört und wieder aufgebaut.

Bau des Spritzenhauses.

Die Brunnen versiegten durch Bohrungen nach Kalisalz.

Erhielt Friedrichsrode deshalb eine zentrale Wasserversorgung
Anschluss an die Überlandzentrale und  Telefonanschluss.

Neubau des Feuerwehr Gerätehauses

1. Kunstmarkt in Friedrichsrode

(29. 9.) Neue Fernmeldeleitung als Erdkabel aus Bleicherode verlegt.

Anschluss an die Wasserversorgung von Rehungen, Fertigstellung der Bio-Kläranlage.

Erneuerung der gesamten Ver-, und Entsorgungsleitungen und
grundhafter Straßenausbau in der gesamten Ortslage.

Übernahme der Trägerschaft des Kunsthofes durch den Verein “KULTURLAND Hainleite” e.V.

Sanierung des Innenraumes  und des Turmes der Kirche

Spatenstich zum Ausbau des ehemaligen Kuhstalles zum Funktionsgebäude für den Kunsthof und zum Feuerwehrgerätehaus.

Kunsthof :

Kräutergarten:

Geschichte

Vor etwas mehr als 300 Jahren benötigte der König Friedrich I. mal wieder Geld und  erinnerte sich an Ländereien, deren Dörfer im dreißigjährigen Krieg verwüstet und ausgestorben waren. Diese Wüstungen wollte er gezielt wiederbeleben, um seine Staatskasse aufzufüllen. So kam es durch eine Ausschreibung zur Wiederbesiedelung auf der Wüstung Sülzungen.

Seinen Namen “Friedrichsrode” erhielt das neue Dorf von seinem Gründer Friedrich I. Deshalb sind auch in der Kirchturmfahne die Buchstaben FR = Friederikus Rex zu sehen.  Durch eine Urkunde ist belegt, dass das Dorf Sülzungen bereits 1344 bestanden hat.

Die Ruine der Kirche von Sülzungen war zur Gründungszeit von Friedrichsrode noch vorhanden. Die ersten Briefe, die zur Besiedelung des neuen Dorfes führten, sind im Jahre 1704 dokumentiert. Es gab viele Interessenten, aber längst nicht alle waren mit den recht sparsamen Zugeständnissen des Königs an die künftigen Erbbaupächter einverstanden.

1706 finden die ersten Rodungen statt. 17 Bauern mit ihren Familien waren die ersten, die Friedrichsrode gegründet haben. Jede Familie baute sich ein Haus, dessen Größe zu Beginn der Besiedelung vorgeschrieben war. Weitere 15 Häuser kommen in den nächsten 20 Jahren dazu. Sicherlich war für diese Siedler die Tatsache interessant, dass sie in Friedrichsrode durch Erbpacht Land vom König erwerben konnten und dadurch die Pachtbeträge nur an den König zu zahlen waren. Dass auch dies eine große Belastung war, davon zeugen die vielen Briefe, die an die königliche Staatskanzlei geschrieben wurden.

Die Gründungsverhandlungen von Friedrichsrode sind schon allein deshalb interessant, weil es nur sehr selten Ortschaften gibt, die so jung sind, dass man ihre Gründung durch Dokumente belegen kann. Leicht hatten es die Bauern in Friedrichsrode nicht. Das Land war karg und einige Versprechungen des Königs wurden nicht eingehalten. Die Bewohner von Friedrichsrode haben viele  Briefe geschrieben, um den König an seine Versprechen zu erinnern. Und als alles nichts half, begannen sie selbst, Kirche und Schule zu bauen. Denn beides waren ihnen ganz wichtige Dinge.

Die Gottesdienste wurden bis dahin in Scheunen oder unter freiem Himmel gehalten. Für den Schulunterricht hatten die Bauern einen Lehrer angestellt, doch musste dieser in den Häusern der Bauern stattfinden. Damit sollte Schluss sein.

Kirche

Auf den Grundmauern der alten Kirche begannen  1724 die Einwohner von Friedrichsrode ihre Kirche zu bauen. Von der Kirchenruine wurden die vorhandenen Steine genutzt.  Die meisten Bauern hatten damals auch einen Handwerksberuf, so dass sie nur wenig fremde Hilfe benötigten.

Der Turm wurde später ca. 1750 durch den Friedrichsröder Zimmermann Martin Schmücking erbaut. Kurz vor dem Bau des Turmes erhielt die Kirche auch eine Orgel. Die Kirche ist äußerlich noch so erhalten, wie sie 1724 gebaut wurde. Allerdings wurden immer wieder Sanierungsarbeiten vorgenommen.

So wurde 1997 die Nordwand  trockengelegt und rings um die Kirche Drainagerohre verlegt. 1998 erhielt der Turm ein neues Dach. Die Kirchengemeinde gehört seit 1997 zum Kirchspiel Großlohra-Friedrichsrode im Kirchenkreis Südharz. Es finden regelmäßige Gottesdienste statt.

 

Kontaktdaten der Kirchengemeinden

Obergebra, Elende & Niedergebra

Friedrichslohra, Großwenden, Münchenlohra & Friedrichsrode

Hainrode, Großberndten & Kleinberndten

 Evangelisches Pfarramt Niedergebra

Tel. 03 63 38 – 6 02 36

Fax 03 22 – 26 16 89 27

Mail: Pfarramt_Niedergebra@t-online.de

Pfarrer
Bernhard Halver
Hauptstraße 84
99759 Niedergebra

Sprechzeiten des Pfarrers nach Vereinbarung

Gemeindebüro in Niedergebra:
Regina Englert
Di 8.00 – 14.00
Do 9.00 – 12.00

Internet:

www.ev-kirchenkreis-suedharz.de

Friedhofsverwaltung:

Friedrichsrode – Christiane Wiesemann, Tel. 036338/50900

Schulgebäude

Das Schulgebäude wurde im gleichen Jahr wie die Kirche errichtet. Es beherbergte einen Schulraum, in dem der Unterricht für alle Kinder, auch für die Mädchen stattfand. Außerdem wohnte im Schulgebäude der Lehrer, der gleichzeitig Kantor der Kirchengemeinde war. Das Gebäude wurde 1792 erneuert, und im Jahr 1926 noch einmal komplett an der alten Stelle neu erbaut. So ist es heute noch erhalten. Im ehemaligen Schulraum hat die Kirchengemeinde ihren Gemeinderaum. Eine kleine Ausstellung mit einer Liste der Lehrer und vielen Fotos alter Schulklassen kann dort besichtigt werden.

 

 

Haustafeln

2006 konnte in Friedrichsrode die 300 Jahrfeier begangen werden. Durch eine Projektförderung war es möglich für jedes Haus eine ‘Haustafel’ zu erstellen. Die Archivarbeiten hatte dafür schon seit vielen Jahren Pfarrer i.R. Kurt Wiesemann übernommen. Außerdem wurden von den Einwohnern und ehemaligen Einwohnern Fotos der einzelnen Häuser gesammelt.

Für insgesamt 55 Häuser wurden die Tafeln erstellt. Darunter sind 9 Häuser die in den 70ern und 80ern Jahren abgerissen wurden. Die meisten Haustafeln sind noch an den Häusern zu besichtigen. Dadurch gewinnt jeder Besucher einen sehr guten Eindruck, wie das Dorf entstanden ist. Das können auch Schulgruppen, die im Kunsthof zu Gast sind, für ihre Forschungen nutzen.

 

Kräuter- uns Skulpturenpfad

Der Kräuterpfad, der um Friedrichsrode herum führt, entstand 2005 und wurde zum 1. Kräuterfest am 25. Juni 2005 eingeweiht. Wer im Kunsthof übernachtet kann eine Führung für diesen Pfad buchen, aber es ist auch möglich. dass ihn jeder  selbst erkundet. Einzelne Tafeln entlang des Weges erklären besondere Heilpflanzen.

Seit dem Sommer 2007 sind entlang des Kräuterpfades Skulpturen aufgestellt, sie entstanden während eines neuntägigen Bildhauerseminars.

 

 

Denkmalschutz

Denkmalensemble Friedrichsrode

Bestätigung der vorläufigen Denkmalausweisung vom 22.7.1991

99713 Friedrichsrode (Kyffhäuserkreis),

Denkmalensemble Friedrichsrode

§ 2 Abs. 2 (1) bauliche Gesamtanlage

§ 2 Abs. 2 (2) kennzeichnendes Ortsbild

§ 2 Abs. 2 (3) kennzeichnender Ortsgrundriss
(siehe Karte)
(Beschreibung siehe Anlage)

Denkmalausweisung nach § 2, Abs. 2 ThDSchG, ‘Kulturdenkmal aus siedlungs- und architekturgeschichtlichen Gründen‘.
Nach dem Thüringer Denkmalschutzgesetz sind Denkmalensembles als Quellen und Zeugnisse, die menschliche Geschichte und Entwicklung für die Nachwelt erlebbar und erfahrbar machen, unter besonderen staatlichen Schutz gestellt.
Denkmalensembles können laut ThDSchG sein: 1. bauliche Gesamtanlagen (Absatz 3), 2. kennzeichnende Straßen-, Platz- und Ortsbilder (Absatz.4), 3. kennzeichnende Ortsgrundrisse (Absatz 5), 4. historische Park- und Gartenanlagen (Absatz 6), 5. historische Produktionsstätten und –anlagen sein.

Nicht erforderlich ist, dass jeder einzelne Teil des Denkmalensembles ein Kulturdenkmal darstellt“ (2 Abs. 2 ThDSchG). Denkmalensembles werden in ein vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege geführtes Verzeichnis, das Denkmalbuch, aufgenommen.

Gemäß ThDSchG § 5 Abs. 2 erfolgt die Unterrichtung der Eigentßrnor bei Denkmalen..mbles durch Bekanntmachung Im Staatanzeiger für das Land Thüringen sowie durch ortsübliche Bekanntmachung. Mit Inkrafttreten des ThDSchG am 07.01.1992 besteht die Denkmaleigenschaft für die jeweiligen Objekte unabhängig vom Eintragungsvorgang.
Da das og. Denkmalensemble die Voraussetzungen des § 2 ThDSchG erfüllt und somit Kulturdenkmal ist, wurde es nach Ihrer Anhörung in das Denkmalbuch aufgenommen.

Eigentümer, Besitzer und Unterhaltungspflichtige von Kulturdenkmalen sind verpflichtet, diese im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und im Sinne des ThDSchG pfleglich zu behandeln. Dies bedeutet dass für, bauliche Maßnahmen und andere Veränderungen am Denkmal eine Erlaubnis der Unteren Denkmalschutzbehörde eingeholt werden muss. Die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis durch die Untere Denkmalschutzbehörde wird im Einvernehmen mit den Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege als der zuständigen Fachbehörde erteilt.

Mit der Eintragung in das Denkmalbuch ist die Voraussetzung für die Beantragung von Zuschüssen bzw. für eine Bescheinigung zur Steuerermäßigung nach vorausgehender Veränderungsanzeige gegeben. Darüber hinaus besteht Anspruch auf kostenfreie Beratung durch die Untere Denkmalschutzbehörde und das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege.

gez. Prof. Rudolf Zießler

Landeskonservator

gez. Dipl. phil. Sabine Ortmann,

Hauptkonservatorin/Leiterin der Abt. Erfassung / Inventarisation

Die Anlagen können in der Gemeindeverwaltung Helbedündorf während der öffentlichen Dienststunden eingesehen werden.